Fragen und Antworten

Welche Therapien und Untersuchungen werden in der Tagesklinik FANI durchgeführt?

  • Diagnostische und therapeutische Lumbalpunktionen
  • Antibiotikatherapien
  • Enzymersatztherapien
  • Immunglobulin-Infusionstherapien
  • Infusionstherapien mit monoklonalen Antikörpern (z.B. Infliximab, Natalizumab, Ocrelizumab, Rituximab, Tocilizumab und andere)
  • Steroidtherapien
  • Weitere Medikamentengaben per Infusion

Weitere Informationen finden Sie unter Therapieverfahren.

Was muss ich zu meinem Termin mitbringen?

Bitte bringen Sie zu Ihrem Termin folgendes mit:

  • Aktuelle Medikamentenliste
  • Aktuelles Labor (falls vorhanden)
  • Verpflegung im Falle lang dauernder Therapien (im Aufgebot an Sie vermerkt)

Lumbalpunktion

Was ist eine Lumbalpunktion und warum wird sie gemacht ?

Unter einer Lumbalpunktion versteht man das Vorgehen zur Gewinnung von Liquor (deutsch: Nervenwasser oder auch Gehirnflüssigkeit). Das Hirn im Schädel wie auch das Rückenmark und die Nervenwurzeln im Wirbelsäulenkanal sind in einen Wassermantel eingehüllt, von einem «Sack» («Schutzkissen») umgeben. Krankheitsprozesse äussern sich somit auch in Veränderungen der Zusammensetzung dieses Nervenwassers. Das durch die Lumbalpunktion gewonnene Nervenwasser (normalerweise klar wie Wasser) wird anschließend im Labor auf Veränderungen der Zusammensetzung (Eiweiß- und Zuckergehalt, Bakterien, Blut, Gehalt an weißen Blutkörperchen oder Antikörperkonzentration) mit komplizierten Methoden untersucht. Lumbalpunktionen werden überwiegend zur Diagnostik von entzündlichen Erkrankungen des Nervensystems eingesetzt.

Wie wird eine Lumbalpunktion durchgeführt?

Als Voruntersuchung erfolgt die Überprüfung der Blutgerinnung (Quick, Thrombozyten) durch eine Blutentnahme und je nach Ausgangslage zusätzlich, nach Beurteilung der Ärzt:innen, die Untersuchung des Augenhintergrundes oder eine Computer- oder Kernspintomografie des Kopfes. Die Gewinnung von Nervenwasser erfolgt mit einer dünnen Nadel, die im Bereich der Lendenwirbelsäule etwa zwischen den Dornfortsätzen des 4. und 5. Lendenwirbelkörpers (LWK) eingestochen wird. Da das Rückenmark höchstens bis zum 1. LWK herunter reicht, ist eine direkte Schädigung des Rückenmarkes aus anatomischen Gründen nicht möglich.

Nach der lokalen Hautdesinfektion kann die Haut und das tieferliegende Gewebe auf Wunsch der Patient:innen unempfindlich gemacht werden. Dies erfolgt mittels Injektion eines Lokalanästhetikums unter die Haut.

Bei der Punktion liegen die Patient:innen meistens (ist aber auch im Sitzen möglich). Die Ärzt:innen stechen die Nadel zwischen zwei Lendenwirbeldornfortsätzen ein - wenn er einen Widerstandsverlust spürt, ist der Wirbelsäulenkanal erreicht. Nur wenig tiefer ist der Nervenwassersack erreicht, erkenntlich daran, dass der Liquor aus der Nadel tropfenweise abfliesst. Das Nervenwasser wird in einem Röhrchen aufgefangen (ca. 5 Milliliter). Gelegentlich verspüren die Patient:innen ein elektrisierendes Gefühl in einem Bein, verursacht durch die Berührung von Nervenwurzeln die im Nervenwasser schwimmen. Dies ist harmlos. Die Menge des zu entnehmenden Nervenwassers richtet sich nach der Anzahl beabsichtigter Untersuchungen. Nach der Punktion wird, auf Anordnung der Ärzt:innen, individuell Bettruhe (in horizontaler Lage) für 0-6 Stunden empfohlen.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Mögliche (> 3 %) unerwünschte Wirkungen / Komplikationen (meist nur kurzdauernd):

  • Schmerzen lokal an der Einstichstelle
  • ausstrahlende Schmerzen bei Berührung einer Nervenwurzel durch die Punktionsnadel
  • Nach der Punktion: Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Rückenschmerzen, auch Stunden oder Tage nach Durchführung der Punktion. Diese Beschwerden können mehrere Tage, sehr selten auch wenige Wochen anhalten
  • Verletzung kleiner Blutgefässe mit möglicher kleiner Blutung, diese sind in > 95% harmlos.


Seltene (< 1%) Komplikationen:

  • lokale Entzündungen
  • Funktionsstörung von Hirnnerven mit Hör- oder Sehstörungen (vorübergehend)
  • Grössere Blutungen (bei angeborenen oder erworbenen Störungen der Blutgerinnung)
  • Kreislaufreaktionen bis unter Umständen Bewusstseinsstörung
  • Infektion durch Verschleppung von Keimen unter die Haut oder in den Wirbelsäulenkanal
  • Bei Einsetzten eines Lokalanästhetikums mögliche allergische Reaktion


Sehr seltene Komplikationen:

  • Blutung in die Rückenmarkshäute oder Hirnhäute oder ins Nervenwasser
  • Rückenmarks- oder Hirnhautentzündung
  • Störung von Atmung und Kreislauf infolge zentraler Einklemmung

Das Auftreten unerwünschter Nebenwirkungen kann selten einen stationären Aufenthalt erforderlich machen bzw. eine Verlängerung des stationären Aufenthaltes zur Folge haben.

Unter bestimmten Bedingungen kann es notwendig werden, eine zweite Punktion durchzuführen, in sehr seltenen Fällen können operative Maßnahmen erforderlich sein, um Komplikationen zu behandeln.

Falls noch Unklarheiten bestehen - fragen Sie bitte Ihre Ärzt:innen!

Wo wird die Lumbalpunktion durchgeführt?

Während der Untersuchung steht Ihnen ein Bettplatz zur Verfügung. Eine Einzelbelegung des Zimmers ist leider in der Regel nicht möglich.