Aktuelle Information zur COVID-Impfung unter Immuntherapien bei MS und anderen neuroimmunologischen Erkrankungen

Das BAG hat am 21.07.2021 eine Aktualisierung der Impf-Empfehlungen, insbesondere für Patient*innen mit Immuntherapien, herausgegeben. Diese beinhalten für verschiedene Medikamente, welche auch in der Therapie der Multiplen Sklerose und anderen neuroimmunologischen Erkrankungen angewendet werden, Empfehlungen bzgl. einer 3. Impfung.

Demnach sollen bei Patient*innen unter diesen Therapien etwa 4 Wochen nach der zweiten Impfung mit einem mRNA-Impfstoff (Comirnaty ®, Pfizer/Biontech; COVID-19 Vaccine Moderna®, Moderna) die sogenannten Anti-Spike-Antikörper untersucht werden. Bei negativem oder grenzwertigem Befund wird eine 3. Impfung empfohlen, die mit dem gleichen Impfstoff, welcher vorher eingesetzt worden ist, erfolgen soll. Der bestmögliche Zeitpunkt für die 3. Impfung sollte mit der/m behandelnden Neurolog*in diskutiert werden, jedoch frühestens 4 Wochen nach der zweiten Impfung stattfinden. Eine erneute Antikörperkontrolle 4 Wochen nach der 3. Impfung ist angeraten, jedoch wird unabhängig vom Resultat dieser Untersuchung derzeit keine weitere Impfung empfohlen. Patient*innen ohne Antikörper-Antwort auch nach 3. Impfung sollten nochmals beraten werden bzgl. Schutz- und Hygienemaßnahmen, der Wichtigkeit, dass nahe Freunde und Familienangehörige geimpft sind und der therapeutischen Optionen im Falle einer Infektion.

Die Erstattungsfähigkeit der Antikörpertestung ist weiterhin nicht geklärt, in den meisten Fällen werden die Kosten nicht von den Krankenversicherungen übernommen. Die individuellen Kosten und Testintervalle sollten daher zwischen Patient*in und behandelnder/m Arzt/Ärztin besprochen werden.

Zum aktuellen Zeitpunkt ist es nicht möglich, Termine für eine 3. Impfung in Apotheken oder Arztpraxen zu vereinbaren. Diese kann vorerst nur in den kantonalen Impfzentren unter der Rubrik «Wo lasse ich mich impfen?» gebucht werden. Hierzu benötigen Sie eine Bescheinigung von Ihrer/m behandelnden Neurolog*in.

Wir besprechen das konkrete Vorgehen gerne mit Ihnen im Rahmen Ihres nächsten Termins oder vorab bei einer Telefonkonsultation. 

Tagesklinik FANI

Die Abkürzung FANI steht für Fast Track Ambulante Neurologische Infusionstherapien.

Ziele und Aufgaben

Für verschiedene, teilweise immunvermittelte neurologische Krankheiten wurden in den letzten Jahren effiziente, aber z.T. aufwändige oder überwachungsbedürftige Therapieformen (z.B. intravenöse oder subkutane Applikationsform, mit Pumpen) entwickelt. Da es sich um Krankheiten mit chronisch progredientem oder chronisch rezidivierendem Verlauf handelt, muss die Therapie regelmässig nach bestimmten Intervallen appliziert werden. Die Notwendigkeit der parenteralen Medikamentenverabreichung, die potentiellen Nebenwirkungen und die damit verbundene Überwachung mit allfälliger rascher Dosierungsanpassung, sowie das z.T. aufwändige Therapiemonitoring erfordern Erfahrung in der Betreuung dieser Patienten.
Auch die Durchführung diagnostischer Massnahmen, die ausserklinisch schwer durchführbar sind wie z.B. eine Lumbalpunktion zur Analyse des Nervenwassers (Liquor), gehört zum Leistungsspektrum der Abteilung.

Patienten können für die entsprechenden Massnahmen oder Therapien nach Anmeldung/Rücksprache und gegebenenfalls gesicherter Kostengutsprache auch von externen Neurologen und Fachärzten zugewiesen werden.

Kapazitäten

Auf Stock L des Bettenhochhauses stehen der Einheit 6 Therapieplätze zur Verfügung. Erfahrene Pflegefachpersonen, ein Assistenzarzt und ein fixes Team von Oberärzten/Chefarzt betreuen die Patientinnen und Patienten. Das spezialisierte Team betreut auch die Neuroimmunologische Sprechstunde.

Therapieverfahren

Folgende Therapien werden angeboten:

  • intravenöse Therapien zur Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) in unterschiedlichen Krankheitsstadien, zum Beispiel akute Schubtherapie mittels hochdosiertem intravenösem Cortison, verlaufsmodifizierende Verfahren zur Behandlung der MS, der Myasthenia gravis, der Neuromyelitis optica Spektrumerkrankung und anderen Erkrankungen, zum Beispiel monoklonale Antikörper bei entsprechend selektionierten Patienten
  • Therapie mit intravenösen Immunglobulinen (IVIg) oder subkutane Behandlungen mit Immunglobulinen bei entsprechender Indikation (respektive Einleitung dieser Therapie bis zur Patientenselbständigkeit mit der Therapie)
  • Therapie mit anderen intravenösen Medikamenten (Enzymersatztherapien, zum Beispiel bei bestimmten Muskelerkrankungen, Immunsuppressiva, Antibiotika, etc.)
  • intrathekale Therapien (Medikamente, welche im Zuge einer Lumbalpunktion verabreicht werden müssen, z.B. bei genetischen Erkrankungen)

In Kooperation mit der Apherese-Abteilung wird auch die ambulante oder stationäre Durchführung von Plasmaaustauschverfahren koordiniert.

Zu den diagnostischen Massnahmen zählt die Lumbalpunktion zur Liquoranalyse und/oder Messung des Eröffnungsdrucks, bei komplexen Patienten ggf. unter Durchleuchtung, sowie die zugehörigen Blutanalysen.