Grösstes Hirnschlagzentrum der Schweiz mit Netzwerkfunktion

Am Inselspital Bern besteht seit Jahrzehnten ein spezielles Interesse für zerebrovaskuläre Erkrankungen. Unter anderem führte dies 1981 zur Erfindung der transkraniellen Dopplersonographie, welche die Behandlung der Subarachnoidalblutungen grundlegend veränderte. 1992 begann das Inselspital als erstes schweizerisches Zentrum mit Thrombolysebehandlungen und dem systematischen Aufbau eines Stroke Behandlungsteams. 2013 ist das Hirnschlagzentrum des Inselspitals als erstes im universitären Bereich zertifiziert worden. Dies ist eine wichtige Voraussetzung dafür, um in der schweizerischen hochspezialisierten Medizin mithalten zu können.

Seit März 2015 stehen auf einer spezialisierten Station 12 Betten (Stroke Unit) zur Verfügung, die nur für Hirnschlagpatienten bestimmt sind. 2015 erfolgten 356 Thrombolysen und mehr als 100 Aneurysmabehandlungen. Insgesamt wurden etwa 1700 Patienten mit akuten Problemen der Hirngefässe behandelt. Zusammen mit den ambulanten Konsultationen werden aktuell über 3000 Hirnschlagpatienten pro Jahr betreut. Damit ist das Berner Stroke Center das grösste Hirnschlagzentrum in der Schweiz.

Abklärung und Behandlung von Hirninfarkten und Hirnblutungen sind eine ausgesprochen interdisziplinäre Aufgabe, für die es viele verschiedene Fachärzte und Therapeuten braucht. Das Berner Stroke Team besteht aus Neurologen, Neuroradiologen, Neurochirurgen, Anaesthesisten, Intensivmedizinern, Kardiologen, Gefässchirurgen, Internisten, Rehabiliationsspezialisten, med.-technischen Assistenten, spezialisierten Pflegefachpersonen, Physio-, Logo- und Ergotherapeuten und weiteren Fachleuten soweit nötig. Eine zentrale Rolle bei der Behandlung spielt die Neuroradiologie, die die bildgebende Diagnostik und akuten Kathetereingriffe zur Entfernung des Gerinnsels durchführen. Wichtig ist auch die ständige Verfügbarkeit von Neurochirurgen zur Behandlung von Komplikationen. Die Betreuung von Patienten auf der Stroke Unit erfolgt auch in enger Zusammenarbeit mit der Intensivstation und der gemeinsamen Überwachungsstation (IMC) der Neurochirurgie und Neurologie.

In der Klinik besteht zudem eine enge Zusammenarbeit mit den Kollegen des Schlaf-Wach-Labors, in der translationellen/tierexperimentellen Forschung mit den Kollegen des Zentrums für Experimentelle Neurologie (ZEN) . Im Fokus der vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützen klinischen und experimentellen Schlaganfall-Forschung stehen die Zusammenhängen zwischen Schlaf und Schlafstörungen (inkl. schlaf-assoziierten Atemstörungen) und der Pathophysiologie, der Klinik und der Prognose des Schlaganfalls.

Das Stroke Center des Berner Inselspitals arbeitet mit zahlreichen Regional- und Kantonsspitälern des Kantons Bern sowie zahlreicher anderer Kantone zusammen, unter anderem mit Hilfe von Teleradiologie (z.B. Spitalzentrum Biel SZB, Freiburger Spital HFR, Hôpital neuchâtelois, Solothurner Spitäler AG, Hirslanden Klinik St. Anna (Luzern), Spitäler fmi AG in Frutigen und Interlaken, Luzerner Kantonsspital und Neurozentrum in Lugano).
Patienten mit akuten zerebrovaskulären Problemen können jederzeit ins Inselspital überwiesen werden.

Kooperation Neuchâtel-Bern im Stroke Bereich
Broschüre: In besten Händen
Video: "Time Is Brain" - Schlaganfälle behandeln