Modernste Untersuchungsmethoden

Die Fachärzte des Schlaf-Wach-Epilepsie Zentrums stellen in den Sprechstunden die Indikationen für zusätzliche Untersuchungen.

Alle Untersuchungsresultate werden beim gemeinsamen Rapport mit allen Spezialisten besprochen, um so die für die Patienten bestmögliche Therapie empfehlen zu können.

Das SWEZ verfügt über modernste ambulante und stationäre Untersuchungsmethoden:

Elektroencephalogramm (EEG)

Oberflächen-EEG (mit Hautelektroden)

Routine-EEG
«High-Density» EEG
Telemetrielabor SWEZ

Ambulantes Routine-EEG

Meistens führen wir eine 20 bis 30 Minuten lange Aufzeichnung im Sinne eines Routine-EEGs mit Hautelektroden durch.
Bei speziellen Fragestellungen ist auch ein sogenanntes «High Density»-EEG, also eine Messung mit einer sehr grossen Zahl von Elektroden, möglich.

Langzeit-EEG

Ein Langzeit-EEG ist stationär oder kurzzeitig auch ambulant möglich. Während stationärer Aufzeichnungen findet zudem gleichzeitig eine Videoaufnahme statt. Es gibt verschiedene Gründe für Langzeit-EEGs – sei es die Diagnostik (liegen epileptische Anfälle vor?), die Therapieplanung (z.B. Lokalisierung der Hirnregion, die Anfälle verursacht, mit dem Ziel einer Epilepsiechirurgie) oder die Therapiekontrolle. 

Intrakranielles EEG (mit intrakraniellen Elektroden)

Wenn die Lokalisierung der anfallsverursachenden Hirnregion präzisiert werden muss, kommen Elektroden zum Einsatz, die innerhalb des Gehirns zu liegen kommen.

Aktigraphien

Handgelenksaktigraphie

Die Handgelenksaktigraphie ist eine einfache und günstige Methode, Ihren Schlaf-Wach-Rhythmus über mehrere Tage bis Wochen zu Hause aufzuzeichnen. Das Messgerät tragen Sie wie eine Armbanduhr möglichst ununterbrochen am Handgelenk. Das Gerät zeichnet die Häufigkeit und Schnelligkeit der Armbewegung auf. Aufgrund des so entstehenden Ruhe-Aktivitäts-Musters können wir berechnen, wann und wie lange Sie wach waren resp. geschlafen haben. Dabei hilft uns auch das von Ihnen laufend ausgefüllte Schlaf-Wach-Protokoll, welches Sie zusammen mit dem  Aktivitätsmessgerät bekommen haben.

Fussaktigraphie

Wir zeigen Ihnen, wie Sie für die Fussaktigraphie ein spezielles Messgerät vor dem Schlafen an den Unterschenkeln befestigen müssen. Die Messung erfolgt anschliessend an drei aufeinander folgenden Nächten bei Ihnen zu Hause. Mit den Aufzeichnungen können wir die sogenannten «periodischen Beinbewegungen im Schlaf» genau bestimmen. Wir benützen diese Messmethode auch, um festzustellen, ob Sie auf eine medikamentöse Therapie ansprechen oder nicht.

Polysomnographien

Video-Polysomnographie (Ganz-Nacht Ableitung)

Um Ihre Schlafstörung zu untersuchen, kommen Sie für eine Nacht zu uns ins Schlaflabor. Sie schlafen in Ihrem mitgebrachten Pyjama alleine in einem Zimmer mit eigener Dusche und WC.
Wir kleben Ihnen mehrere Messsonden an, welche über Kabel an Messgeräte angeschlossen sind. Zu den aufgezeichneten Signalen gehören u.a. die Hirnstromkurven, Augenbewegungen und Muskelspannung am Kinn zur Beurteilung des Schlafes. Um Ihre Atmung zu überwachen, messen wir neben der Nasenatmung auch die Bewegungen des Brustkorbes und des Bauches und die Sauerstoffsättigung am Finger. Zudem werden auch die Arm- und Beinbewegungen und die Körperlage aufgezeichnet, während gleichzeitig eine Audio- und Videoaufnahme läuft. Während der Nacht ist stets eine medizinisch-technische Schlafassistentin im Kontrollraum nebenan, um eine gute Aufzeichnungsqualität zu garantieren. Trotz der Kabel können Sie sich gut bewegen und wenn nötig auch auf die Toilette gehen. 
Am nächsten Morgen verlassen Sie nach einer erfrischenden Dusche das Schlaflabor normalerweise vor sieben Uhr.
Speziell ausgebildete Fachpersonen beginnen nun mit der Auswertung Ihrer nächtlichen Aufzeichnung. Ihr Arzt wird die Resultate und die weiteren Therapiemassnahmen am nächsten vereinbarten Termin mit Ihnen besprechen.

Telemetrie mit Polysomographie

Zusätzlich zur Schlafuntersuchung findet eine 10/20-Ableitung statt. Das ist eine wichtige Untersuchung zur Unterscheidung zwischen einer Parasomnie oder schlafgebundenen epileptischen Anfällen. Die Untersuchung wird auch bei Epilepsiepatienten mit gleichzeitiger Schlaf-Wach-Störung und Verdacht auf epileptiforme Aktivität im Schlaf durchgeführt. 

Polysomnographie mit CPAP-Titration

Unter Polysomnografie-Kontrolle wird mittels manueller Druckanpassung die optimale Druckeinstellung der nächtlichen Überdruckbelüftung zur Behandlung der schlafassoziierten Atemstörung ermittelt.

Polysomnografie mit Split-Night

Wie der Name sagt, finden während der Nacht 2 verschiedene Untersuchungen statt. In der ersten Hälfte der Nacht wird eine diagnostische Polysomnografie gemacht. Die zweite Nachthälfte wird zur optimalen Einstellung der nächtlichen Überdruckbelüftung benutzt.

Ambulante respiratorische Polygraphie (rPG)

Bei der respiratorischen Polygraphie (rPG) wird die Atmung im Schlaf während einer ganzen Nacht aufgezeichnet. Das handliche Messgerät kann ambulant eingesetzt werden, sodass der Patient zuhause in seinem eigenen Bett schlafen kann. Die Anpassung der Messonden erfolgt durch eine erfahrene Laborantin, die den Patienten genau instruiert wo er die Messfühler vor Mund und/oder Nase montieren muss und wie er die dehnbaren Bänder auf Höhe der Brust und des Bauches um seinen Körper legt, so dass sowohl die Ein- und Ausatmungsluft wie auch die Atembewegungen von Brust und Bauch aufgezeichnet werden. Zusätzlich wird meistens auch noch der Sauerstoff und auch ein EKG aufgezeichnet, weshalb diese Technik auch «kardio-respiratorische Polygraphie» genannt wird. 

Im Gegensatz zu der Polysomnographie fehlt aber die Ableitung der Hirnstromkurve, weshalb es grundsätzlich nicht möglich sein wird zu beurteilen, ob der Patient überhaupt geschlafen hat.

Bei der Beurteilung des Resultats gilt es zu beachten, dass eindeutig positive, also stark abnorme Befunde verlässlicher sind, als ein ganz normales Resultat. Anders gesagt, man kann mit dieser Methode zwar ein schweres Schlaf-Apnoe Syndrom in der Regel einfach diagnostizieren, man kann damit aber ein leichtes Schlaf-Apnoe Syndrom nicht mit 100%-iger Sicherheit ausschliessen. Dazu wäre dann noch eine Polysomnographie nötig.

Ambulante Polysomnographie

Eine Polysomnographie auch ambulant zuhause beim Patienten durchführen zu können, ist bisher weitgehend ein Wunschtraum, weil zu oft unlösbare Problem auftreten, welche der Patient alleine zuhause ohne die Hilfe einer erfahrenen Laborantin nicht lösen kann. Trotzdem versuchen auch wir gelegentlich mit einem tragbaren PSG Gerät die vielen physiologischen Parameter (siehe unter Polysomnographie) ambulant zuhause aufzuzeichnen. Vor allem bei alten Personen oder bei behinderten Patienten kann die Ableitung zuhause Vorteile beinhalten.

Noch häufiger setzen wir diese Methode aber auf der Bettenstation der Neurologischen Klinik ein, bei Patienten für welche die Verlegung in das Schlaflabor Risiken mit sich bringen würde, weil die Patienten dort nicht mehr so gut überwacht werden wie auf der Bettenstation oder auf der Stroke Unit.

Magnetresonanztomographie (MR)

Weitere Infos finden Sie auf der Website der Neuroradiologie.

24 Stunden Video-Polysomnographie

Diese Methode wird angewandt, um die Dauer des Schlafes zu objektivieren, was z.B. bei Verdacht auf eine Hypersomnie (Angabe von mehr als 11 Stunden Schlaf pro 24 Stunden) nötig sein kann. Auch Patienten mit exzessiver Müdigkeit können gelegentlich angeben, über 10 Stunden oder mehr zu schlafen.

Die Untersuchung kann bis zu 24 Stunden dauern. Die objektive Messung wird das dann aber nicht bestätigen, was den Unterschied zwischen Müdigkeit und Schläfrigkeit demonstriert.

Tagesuntersuchungen

Wachhaltetest (MWT)

Beim Multiplen Wachhaltetest (MWT) sitzen Sie tagsüber in einem abgedunkelten Raum im Bett und versuchen solange wie möglich wach zu bleiben. Mit Hilfe der Hirnstromkurve (EEG) messen wir, wie lange Sie ab dem Lichter löschen trotz der Schläfrigkeit wach bleiben können. Diese Zeitdauer wird «Einschlaflatenz» genannt. Den Test wiederholen wir im Verlaufe des Tages vier bis fünf Mal in Abständen von zwei Stunden und berechnen einen Mittelwert aller Einschlaflatenzen, welcher dann ein Mass für ihre «Wachhalte-Fähigkeit» darstellt. Diesen Test führen wir auch durch, um Ihre Fahreignung bei Tagesschläfrigkeit zu beurteilen.

Multipler Schlaflatenz-Test (MSLT)

Beim Multiplen Schlaflatenz-Test (MSLT) möchten wir herausfinden, wie schläfrig Sie objektiv sind und wie rasch Sie tagsüber einschlafen können unter Bedingungen, welche das Einschlafen leicht machen.

Wir legen Ihnen mehrere Elektroden an, über welche wir die folgenden Grössen aufzeichnen:

  • Hirnstromkurve (Elektroenzephalographie EEG)
  • Augenbewegungen (Elektrookulographie)
  • Muskelaktivität am Kinn und an beiden Beinen (Elektromyogramm; EMG)
  • Atmung über die Nasensonde
  • Brust- und Bauchumfang
  • Herzkurve (Elektrokardiogramm; EKG)
  • Sauerstoff
  • Kohlenstoff
  • Zudem registrieren wir eine Audio- und Videoaufnahme.

Sie legen sich in einem abgedunkelten Raum ins Bett und dürfen ganz normal einschlafen. Mit Hilfe der Hirnstromkurve messen wir, wie lange es nach dem Lichter löschen dauert, bis Sie eingeschlafen sind. Diese sogenannte «Schlaflatenz» bestimmen wir im Verlaufe des Tages vier bis fünf Mal in Abständen von zwei Stunden. Der Durchschnitt von allen Tests stellt dann ein objektives Ausmass Ihrer Schläfrigkeit dar. Falls Sie gar nicht einschlafen sollten, brechen wir den Test nach 20 Minuten ab.
Wir beurteilen auch, ob während der kurzen Ableitedauer nur oberflächlicher Schlaf oder auch Tief- und Traumschlaf auftreten.

Vigilanztest

Der Begriff Vigilanz Tests umschreibt eine Gruppe von Untersuchungen, mit welchen die Wachheit einer bestimmten Person objektiv gemessen wird. Man kann z.B. auch den multiplen Wachhaltetest (MWT) dazu zählen.

Einer der weltweit sehr oft eingesetzten Tests ist der «Psychomotorische Vigilanz Test» der PVT. An einem Computer oder an einem speziell dafür gebauten Gerät beginnt in unregelmässigen zeitlichen Abständen eine Stoppuhr zu laufen und die untersuchte Person hat den Auftrag so rasch wie möglich einen Knopf zu drücken, worauf die Reaktionszeit am Display für wenige Sekunden sichtbar bleibt bis zum nächsten Test. Obschon der Test nur 10 Minuten dauert, konnte gezeigt werden, dass schläfrige Personen eine längere Reaktionszeit aufweisen als völlig ausgeruhte Personen.

Am Computer werden dann die mittlere Reaktionszeit ausgerechnet, welche bei gesunden, ausgeruhten Personen unter 300 Millisekunden liegen sollte. Ausserdem sollten nicht mehr als 2 Durchgänge eine Reaktionszeit von mehr als 500 Millisekunden aufweisen, was als Auslasser (Lapses) bezeichnet wird.

Fahrsimulator

Im Fahrsimulator kann ein sehr komplexes Verhalten gemessen werden, wobei man sich immer im Klaren sein muss, dass jeweils nur ein Bruchteil der Leistungen gemessen und ausgewertet wird. Im Schlaf-Wach-Zentrum wird der Fahrsimulator ähnlich wie der Wachhaltetest eingesetzt um die Kompensationsfähigkeit zu messen, trotz Tagesschläfrigkeit wach und aufmerksam zu bleiben. Wir benützen deswegen ganz bewusst ein sehr langweiliges Szenario, das Fahren auf einer Autobahn während der Nacht ohne jeglichen Verkehr. 
Gemessen wird in erster Linie der seitliche Abstand des Fahrzeugs von der Seitenlinie und besonders das Überschreiten der Seitenlinien, was je nach Ausmass als Fast-Unfall oder als Unfall definiert wird. Die Variabilität des Seitenabstandes nimmt deutlich zu bei Schläfrigkeit, was dann auch zur Beurteilung der Fahreignung herangezogen werden kann.

Ambulante Home-Videographie

Ambulante Home-Videographie

Eine Videographie zuhause kann sinnvoll sein bei unklaren motorischen Ereignissen im Schlaf, welche weder von einem Partner noch vom Schläfer selber genau beschrieben werden können und welche zu selten auftreten, als dass man bei einer Polysomnographie eine Chance hätte das Ereignis aufzuzeichnen.

Die Betroffenen erhalten eine Infrarot Videokamera, welche sie über mehrere Nächte neben ihrem Bett aufstellen, solange bis das gesuchte Ereignis aufgezeichnet werden konnte. Der erfahrene Schlafmediziner kann dann oft allein aufgrund des Videos beurteilen, ob es sich z.B. um ein epileptisches Geschehen, um eine sogenannte Parasomnie z.B. um ein Schlafwandeln oder um eine physiologische Bewegung handelt.