Rekord

Donnerstag, 23. Januar 2020, 13:28 Uhr

Mehr als 500 Rekanalisationsbehandlungen bei Hirnschlagpatientinnen und -patienten

2019 wurden im Inselspital bei über 500 Hirnschlagbetroffenen Rekanalisationstherapien durchgeführt – so viele wie noch nie. Die Gründe für den Anstieg sind in der verbesserten Öffentlichkeitsarbeit und in den effizienten Zuweisungsprozessen zu suchen.

In der Schweiz ist der Hirnschlag die häufigste Ursache einer erworbenen Behinderung im Erwachsenenalter und die dritthäufigste Todesursache. Bei den Rekanalisationstherapien werden neu aufgetretene Verschlüsse medikamentös behandelt (Thrombolyse) und Blutgerinnsel interventionell entfernt (Thrombektomie). Dadurch kann der Behinderungsgrad von Hirnschlagbetroffenen deutlich reduziert werden.

Neuer Rekord
2019 wurden im Stroke Center am Inselspital Bern insgesamt 1910 Patientinnen und Patienten mit Durchblutungsstörungen im Hirn behandelt. Bei 191 Personen unter ihnen wurde eine intravenöse Thrombolyse durchgeführt und bei 334 eine Katheter-Behandlung innerhalb der Blutgefässe (endovaskulär), um das verschlossene Gefäss wieder zu öffnen. Diese 525 Rekanalisationstherapien entsprechen einem neuen Rekordwert.

Gründe für den Anstieg der Akutbehandlungen
Seit 2013 hat sich die Anzahl dieser Akutbehandlungen mehr als verdoppelt. Prof. Dr. med. Urs Fischer, Leitender Arzt und Co-Leiter des Stroke Centers der Universitätsklinik für Neurologie, führt diese Entwicklung auf verschiedene Faktoren zurück: «Durch die Öffentlichkeitsarbeit und Etablierung des schweizweit grössten Schlaganfallnetzwerkes mit einem Einzugsgebiet von ca. zwei Millionen Einwohnern werden uns die Patientinnen und Patienten deutlich früher zugewiesen. Ausserdem hat sich die moderne Bildgebung so weiterentwickelt, dass auch Betroffene mit unbekanntem Symptombeginn und in einem späteren Zeitfenster mit diesen Methoden akut behandelt werden können.»

Studien weisen zudem darauf hin, dass auch ältere und schwer betroffene Patientinnen und Patienten von der endovaskulären Behandlung profitieren.

Bei Auftreten von Symptomen, die auf einen Hirnschlag hindeuten, sollte umgehend die Notrufnummer 144 gerufen werden. Denn bei Hirndurchblutungsstörungen zählt jede Minute.

Fruchtbares Netzwerk
Ermöglicht werden diese lebensrettenden Behandlungen durch die effizienten Zuweisungsprozesse zwischen den Spitälern. Die Universitätsklinik für Neurologie und das Institut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie danken allen Zuweisenden und Mitarbeitenden für den grossen Einsatz rund um die Uhr. Ein spezieller Dank gilt dem Universitären Notfallzentrum, der Universitätsklinik für Intensivmedizin, dem Neurozentrum, der Neurorehabilitation und den zuweisenden Ärzten und Spitälern.

Kontaktpersonen für weitere Informationen

  • Prof. Dr. med. Jan Gralla, Chefarzt und Klinikdirektor, Universitätsinstitut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie
  • Prof. Dr. med. Marcel Arnold, Chefarzt und Leiter Stroke Center, Universitätsklinik für Neurologie
  • Prof. Dr. med. Simon Jung, Leitender Arzt und Leiter Neurologischer Notfall- und Konsildienst, Universitätsklinik für Neurologie
  • Prof. Dr. med. Urs Fischer, Leitender Arzt und Co-Leiter Stroke Center, Universitätsklinik für Neurologie